Sorry – geht gar nicht…

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3 Buben nehmen eine sexuelle „TikTok-Herausforderung“ an und quälen ihre Mitschüler.
Einzelheiten ersparen wir uns – nur so viel 13/14jährige Täter.
Schüler vertraut sich seiner Lehrerin an, weil es ihm zu Hause peinlich ist.

Sorry – geht gar nicht …

Täter verurteilen? Grenze zwischen Spaß und Ernst nicht kennengelernt? Woran liegt´s? Wie könnten Unterstützung aussehen?

Ich kenne nur die Schlagzeile und habe mir dazu Gedanken gemacht:

Mein Ideenanstoß die Kinderrechte nach Janusz Korczak*

  • Das Kind hat das Recht auf Irrtum.
    Ganz klar, es muss seine eigenen Fehler machen können. Es muss mal auf die heiße Herdplatte greifen und spüren, dass man sich da tatsächlich die Finger verbrennt.
    Für den digitalen Bereich gilt das ebenso – da kann´s schon passieren, dass man gefühlte 100.000 mal gesagt hat, keine peinlichen Fotos posten und dann gibt es das “böse” Erwachen beim Kind, weil da doch ein, ach so lustiges, Foto auf Insta, ein Video auf TikTok oder wo auch immer Gott und der Welt zugängig gemacht wird und jetzt die Konsequenzen anstehen.
    Den Wunsch perfekte Kinder zu haben können wir uns getrost “abschminken”.
    JA – Kinder dürfen auch mal Blödsinn machen. Ausprobieren.
    ABER – nicht auf Kosten anderer wie in diesem Fall.
    Matthias Claudius (Dichter 1740-1815): „Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet.“

Wir können diese “Täter” nicht per se verurteilen. Für mich taucht die Frage auf:

– Hat ihnen jemand erklärt, dass sie das in ihren Medien gesehene hinterfragen sollten? Wenn Kinder ihr Wissen nur aus Youtube-Videos, TikTok-Filmen etc. ziehen, wie sollen sie einschätzen können, dass:
– Sex in Wirklichkeit ganz anders abläuft
– irgendwelche Gegenstände in Körperöffnung stecken für andere ganz und gar nicht so lustig wie im Video sein muss
– nicht jede Challenge auch wirklich annehmbar ist, weil gefährlich, übergriffig, verletztend, etc.
– Wo die Grenze zwischen Spaß und Ernst ist? Wo es grad noch lustig war, sehr schnell das Gegenüber massiv verletzt?


  • Das Kind hat das Recht auf Bildung und Erziehung.
    Aber ihr Eltern habt mit der Entscheidung ein Kind in diese Welt zu setzen auch die Verantwortung dafür übernommen, es zu begleiten. Erziehen lässt bei mir immer das Gefühl von Gezerre entstehen.
  • Das Kind hat das Recht geliebt zu werden.
    Liebt Kinder, nicht nur die eigenen! Mal probieren gemeinsam zu tun. Es macht auch Spaß nicht nur auf sich selbst zu achten.
  • Das Kind hat das Recht auf Achtung.
    Nicht nur das Kind. Auch Erwachsene – jeder hat seine Geschichte und Eltern versuchen ihr Bestes (davon bin ich überzeugt) – manchmal brauchen auch sie den ein oder anderen Tipp. Auch um Stress heraus zu nehmen.

ELTERN – eure Kinder brauchen euch.
Ihr seid Vorbild mit allem was ihr tut – ob ihr das wollt oder nicht.
Euer Kind anzunehmen wie es ist – nicht immer einfach.
Ruhe und Gelassenheit zu bewahren –  oft eine Herausforderung.
Kinder (und nicht nur sie) brauchen eine Richtschnur.
Was ist richtig? Was ist falsch? Was ist Spaß? Was ist Ernst?

Kinder brauchen Begleitung. Sie brauchen Unterstützung.


Liebe Eltern!
Ich weiß, dass ihr massiven Stress habt – homeoffice usw.
Dass ihr oft mit der Schnelligkeit der wechselnden digitalen Trends überfordert seit, weil ihr anderes zu tun habt.
Dass ihr ganz viel anderes zu tun habt.
Corona, Ukrainekrieg, Preiserhöhungen und vieles mehr an den Nerven zehren.
Und wir alle sch.. drauf sind und endlich wieder einmal Ruhe haben wollen.
Ich habe vollstes Verständnis dafür. Es gibt auch den wunderbaren Spruch: Es braucht ein ganzes Dorf ein Kind groß zu ziehen.

Eltern sind nicht Gott gleich. Ihr seid Menschen!
Wenn ihr euch überfordert fühlt, holt euch Hilfe. Es ist absolut keine Schande.
Im digitalen Bereich können wir euch unterstützen.
Wir sind für euch da und stehen euch zur Seite, mit Workshops online wie offline, Lehrgängen, Weiterbildungen oder ganz einfach mal einem Austausch.
Oder  Rat auf Draht  , Saferinternt.at und noch mehr.

 

* veröffentlichte 1918 die Grundrechte für Kinder und nannte sie „Magna Charta Libertatis“.

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